Museumsinsel Gebäudeübersicht
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Alte Nationalgalerie

Alte Nationalgalerie (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012
Wiedereröffnet 2001

Das erste wiedereröffnete Haus

Die Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie im Dezember 2001 bildete den Auftakt für die Erneuerung der Museumsinsel, der architektonisch, denkmalpflegerisch und konzeptuell Maßstäbe setzte. Für die Generalsanierung verantwortlich war das Architekturbüro HG Merz.

Das auf Skizzen von Friedrich Wilhelm IV. zurückgehende Gebäude wurde von Friedrich August Stüler in den Jahren 1862 bis 1865 entworfen. Nach seinem Tod realisierte Johann Heinrich Strack den imposanten Bau. 1876 wurde er als „Nationalgalerie“ eröffnet. Heute wie damals werden in dem Haus Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts präsentiert.

© SPK / ART+COM, 2015

Ein Tempel für die Kunst

Weithin sichtbar erhebt sich auf der östlichen Seite der Museumsinsel das tempelartige Gebäude der Alten Nationalgalerie. Es wird von einem Kolonnadengang gerahmt. Der dadurch entstehende Kolonnadenhof, Stülers Arkadien, wurde im Jahr 2010 wieder eröffnet. Mit seinem hohen Sockel und der dominanten Treppen vor der Hauptfassade ist das 1876 eröffnete Gebäude zum Denkmal des damals neu entstehenden patriotischen Selbstbewusstseins geworden. Auch die programmatische Giebelaufschrift „Der deutschen Kunst" unterstreicht diesen Aspekt.

Generalsanierung der Alten Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie wurde 1998 für die Generalsanierung nach den Plänen des Architekturbüros HG Merz geschlossen. Bei der Instandsetzung wurde die historische Substanz gewahrt. Gleichzeitig wurden modernste Standards der Ausstellungstechnik in das Gebäude integriert. Außerdem konnten durch den Einbau weiterer Ausstellungsräume im dritten Geschoss zusätzliche Flächen gewonnen werden, um die wiedervereinigten Sammlungsbestände aus Ost- und Westberlin zeigen zu können. Die Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie fand im Jahr 2001 und damit 125 Jahre nach ihrer historischen Eröffnung statt.

Sammlungen in der Alten Nationalgalerie

Die heutige Alte Nationalgalerie wurde zur Zeit Ihrer Erbauung als Ort für die damals zeitgenössische Kunst konzipiert. Zunächst beherbergte sie nur deutsche Kunst zwischen Aufklärung und Impressionismus. Um 1900 öffnete sich die Sammlung auch der französischen Malerei. Das neue, international ausgerichtete Konzept zog einschneidende bauliche Veränderungen im Inneren des Gebäudes nach sich und schuf zusätzlichen Ausstellungsraum. Heute spannt sich der Bogen von Caspar David Friedrich und Johann Gottfried Schadow über Carl Blechen und Adolph Menzel bis zum französischen Impressionismus mit Edouard Manet und Paul Cézanne. Lovis Corinth und der junge Max Beckmann markieren die Schnittstelle zur Moderne und zur Neuen Nationalgalerie am Kulturforum.

Alte Nationalgalerie 1905 (Fotografie) Alte Nationalgalerie 2001 (Visualisierung)

Historische Ansichten

Mit der Nationalgalerie integrierte Stüler ein tempelartiges Gebäude in seinen Gesamtentwurf einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaft". Von 1862 bis 1865 entwickelte er daraus den Entwurf der Nationalgalerie. Das 1876 eröffnete Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Schwere Schäden erlitten vor allem das Dach, die Treppenhalle, die Freitreppe und mehrere Innenräume. Bereits 1949 konnte das Ausstellungshaus in einigen Bereichen jedoch wieder geöffnet und ab 1950 auf beiden Ebenen besucht werden. 1968 errichtete Mies van der Rohe am Potsdamer Platz die Neue Nationalgalerie. Mit der Wiedervereinigung und der Zusammenführung der Sammlungen wurde aus der Nationalgalerie auf der Museumsinsel schließlich die „Alte Nationalgalerie".

Zugang zur Alten Nationalgalerie (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Zugänge

Der historische Eingang unter der Freitreppe wird weiterhin der einzige Besucherzugang zur Alte Nationalgalerie bleiben, da diese nicht an die Archäologische Promenade angebunden wird. Besucherinnen und Besucher erreichen den Eingang über den Kolonnadenhof, der seit Mitte 2010 wiedereröffnet ist. Dorthin gelangt man in Zukunft auch vom zentralen Eingangsgebäude der Museumsinsel, der James-Simon-Galerie, die über einen Kolonnadengang mit dem Hof verbunden wird. An der östlichen Seite der Alten Nationalgalerie findet sich ein behindertengerechter Zugang mit direktem Aufzug zur Kassenebene.

Alte Nationalgalerie, aus Richtung des James-Simon-Parks betrachtet (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Daten und Fakten

  • Erbaut: 1866 bis 1876
  • Eröffnung: 1876 als Nationalgalerie
  • Architekt: Friedrich August Stüler; Vollendung durch Johann Heinrich Strack
  • Bis 1880: Bau Kolonnadenhof
  • 1911 bis 1913: Umbau des ersten Ausstellungsgeschosses
  • 1944: Schwere Zerstörungen
  • 1949: Wiedereröffnung des 1. Geschosses
  • 1950: Wiedereröffnung des 2. Geschosses
  • 1992: Erteilung des Auftrages zur Generalinstandsetzung an HG Merz
  • 1995: Beginn der Umbaumaßnahmen im Außenbereich
  • 1998: Beginn der Generalsanierung
  • 2001: Wiedereröffnung unter Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens