Museumsinsel Übersicht Sammlungen
Antikensammlung Antikensammlung Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Museum für Vor- und Frühgeschichte Vorderasiatisches Museum Museum für Islamische Kunst Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst Münzkabinett Alte Nationalgalerie

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weltweit bekannt: Porträtbüste der Königin Nofretete

Auf der Museumsinsel ist eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen altägyptischer Hochkultur beheimatet. Die Objekte des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung entstanden in der Zeit vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die Spätantike. Sie umfassen Meisterwerke der ägyptischen Kunst aus den Bereichen Skulptur, Relief, Architektur, Kleinkunst und Papyri und sind im Neuen Museum ausgestellt. Dort befindet sich auch eines der Highlights der Sammlung, die Büste der Königin Nofretete. In Zukunft werden monumentale Werke der altägyptischen Architektur im vierten Flügel des Pergamonmuseums zu sehen sein.

Präsentation in den Gebäuden

Aufstellung im Neuen Museum seit 2009

Das Ägyptische Museum besitzt neben bedeutenden Skulpturen und Reliefs auch einen weltweit einzigartigen Bestand an Kunstwerken aus der Zeit Echnatons und Nofretetes. Seit 2009 wird die Sammlung im wieder aufgebauten Neuen Museum glanzvoll präsentiert. Auf drei Geschossen zeigt das Haus Kunst und Kultur des Pharaonenreiches. Papyrushandschriften aus vier Jahrtausenden ergänzen die Kunstwerke und archäologischen Objekte. Die Abteilung Sudan schlägt die Brücke zur Kunst und Kultur Afrikas.

In Zukunft: Altägyptische Architektur im Pergamonmuseum

Im neuen vierten Flügel des Pergamonmuseums werden zukünftig alle bislang noch in Charlottenburg ausgestellten Großarchitekturen des alten Ägyptens zu sehen sein. Sie werden damit Teil des sammlungsübergreifenden Rundgangs Antike Architekturen. Besucher werden im vierten Flügel die Struktur eines ägyptischen Tempels anhand verschiedener Bauelemente erleben können. Hierzu gehört neben dem Kalabscha-Tor auch die partielle Rekonstruktion des Säulenhofs aus dem Sahu-Rê-Tempel.

Historische Sammlungspräsentation

Der Beginn der Ägyptischen Sammlung geht auf das 17. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit wurden die ersten Aegyptiaca angekauft. Im 19. Jahrhundert wuchs die Sammlung stetig an. Dazu trugen vor allem verschiedene Erwerbungen bei, wie z.B. die Ankäufe der Sammlungen Minutoli (1823) und Passalacqua (1827). Auch durch die bekannte Lepsius-Expedition konnte die Sammlung vergrößert werden. Ab 1850 wurde die Ägyptische Sammlung im Neuen Museum dem Publikum präsentiert. Um 1900 begannen die großen Ausgrabungen in Ägypten, unter anderem in Abusir und Tell el-Amarna. Durch Fundteilungen kamen zahlreiche Kunstwerke nach Berlin. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Ägyptische Sammlung an diversen Orten ausgelagert und später im Bode-Museum und in Charlottenburg ausgestellt. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands konnten die Sammlungsobjekte wieder zusammengeführt werden. 2005 wurde die Sammlung im Alten Museum gezeigt, bevor sie 2009 zu ihrem ursprünglichen Standort im Neuen Museum zurückkehrte.

Ausgewählte Highlights des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung

Highlights des Ägyptischen Museums
Porträtbüste der Königin Nofretete (Fotografie)
© bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Sandra Steiß

Nofretete

Die Porträtbüste der Königin Nofretete gilt weltweit als Inbegriff altägyptischer Kunst. Bei einer deutschen Grabung wurde diese Skulptur 1912 in Amarna in Mittelägypten gefunden. Die Grabung wurde von dem großen Mäzen James Simon finanziert. Nach der Fundteilung gelangte die Büste in die Hauptstadt. In ihrer zeitlosen Schönheit ist die Porträtbüste ein Bindeglied zwischen Antike und Gegenwart. Im Jahr 2005 zog sie mit der Ägyptischen Sammlung von Charlottenburg auf die Museumsinsel. Dort war sie zunächst im Alten Museum zu sehen. Seit 2009 wird die Büste der Nofretete wieder im Neuen Museum präsentiert. Dort hat sie im Nordkuppelsaal ihren würdigen Platz gefunden.

Teje-Kopf (Fotografie)
© bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Sandra Steiß

Teje-Kopf

Der faszinierende Porträtkopf der Königin Teje wirkt äußert realistisch. Teje war die Frau des Pharao Amenophis III., der von 1388 bis 1351 v. Chr. regierte. In seiner Regierungszeit erreichte Ägypten den Höhepunkt seiner Macht. Der weltoffene Geist dieser Epoche äußert sich auch in Amenophis' Wahl seiner Gemahlin. Die Königin Teje entstammte einer bürgerlichen Familie aus Achmim. Der kleine Statuenkopf zeigt die Königin mit dem Kopfputz einer Göttin, zu dem auch die aufgesetzte Krone gehört. Dies verweist auf die außergewöhnliche Rolle, die Teje an der Seite ihres Gemahls spielte.

Berliner Grüner Kopf (Fotografie)
© bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Sandra Steiß

Berliner Grüner Kopf

Die Entwicklung des Menschenbildes im Alten Ägypten lässt sich in den Werken des Ägyptischen Museums bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Der „Berliner Grüne Kopf“ wurde im letzten Jahrhundert der altägyptischen Hochkultur angefertigt. Er ist ein Höhepunkt altägyptischen Skulpturenschaffens und eines der berühmtesten Beispiele der spätzeitlichen Porträtköpfe.

Sahu-Rê-Tempel (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012

Sahu-Rê-Tempel

Das einzigartige Ensemble antiker Großarchitekturen auf der Museumsinsel wird künftig auch das alte Ägypten einschließen. Gezeigt werden die monumentalen Säulen und Architrave vom Hof des Pyramidentempels des Königs Sahu-Rê in Abusir. Der Tempel wurde um 2400 v. Chr. erbaut. Durch Teilung der Funde nach einer deutschen Grabung unter der Leitung von Ludwig Borchardt kamen die Sammlungsobjekte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berlin. Sie sollten in einem Neubau am Kupfergraben ausgestellt werden, der aber nicht realisiert wurde. Mit einem Jahrhundert Verspätung finden die Säulen aus dem Säulenhof des Sahu-Rê-Tempels künftig ihren Platz auf der Museumsinsel im vierten Flügel des Pergamonmuseums.

Kalabscha-Tor (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012

Kalabscha-Tor

Den monumentalen Eingang zum vierten Flügel des Pergamonmuseums wird das Kalabscha-Tor bilden. Das altägyptische Tempeltor wurde der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1971 von Ägypten geschenkt. Es war ein Dankeschön für die deutsche Beteiligung an der Rettung der vom Bau des Assuan-Staudamms bedrohten nubischen Tempel. In den Reliefbildern des Tores vollzieht der Pharao den Kult vor den altägyptischen Göttern. Laut der Inschriften handelt es sich dabei um den römischen Kaiser Augustus. So wird das Tor zum Monument eines antiken Ost-West-Dialogs.

Zugänge zum Ägyptischen Museum und Papyrussammlung und Archäologische Promenade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Zugänge

Das zum größten Teil im Neuen Museum beheimatete Ägyptischen Museums und die Papyrussammlung können über die historischen Eingänge des Gebäudes besucht werden. Zwei Ausstellungsräume der Sammlung werden Teil der Archäologischen Promenade sein: Im Griechischen Hof und Ägyptischen Hof werden bereits heute Objekte nach dem Konzept der Promenade präsentiert. Die altägyptischen Architekturen werden künftig den Rundgang auf der Hauptebene des Pergamonmuseums vervollständigen. Dorthin gelangen Besucherinnen und Besucher über den historischen Haupteingang des Pergamonmuseums oder über die mit ihm direkt verbundene James-Simon-Galerie.