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Alte Nationalgalerie

Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts

Als Museum für Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts zeigt die Alte Nationalgalerie eine Sammlung vorwiegend deutscher Kunst von Weltrang. Die Werke spannen den Bogen vom Klassizismus der Goethezeit über Romantik und Biedermeier bis hin zum Impressionismus. Letztere Stilrichtung fand dank des Direktors Hugo von Tschudi bereits vor 1900 erstmals Eingang in ein Museum.

Die Sammlung der Nationalgalerie umfasste immer auch die Moderne. Heute ist die stark angewachsene Sammlung auf mehrere Häuser in Berlin verteilt. Im Gebäude der nunmehr Alten Nationalgalerie werden die Gemälde und Skulpturen aus dem Jahrhundert ihrer Gründung ausgestellt. Malerei und Skulptur sind als gleichrangige Medien künstlerischen Ausdrucks miteinander kombiniert.

Ausgewählte Highlights der Alten Nationalgalerie

Highlights der Nationalgalerie
Caspar David Friedrich, „Der Baum" (Fotografie)
© Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders

Caspar David Friedrich

Im Obergeschoss der Nationalgalerie ist heute eine der kostbarsten und umfangreichsten Sammlungen von Werken der deutschen Romantik zu bewundern. Die Gemälde Caspar David Friedrichs bilden den Höhepunkt des Rundgangs. Friedrich suchte Naturandacht als meditative Erfahrung zu vermitteln. Erst der Blick nach innen brachte für ihn romantische Landschaftskunst hervor, die Traumbildern gleicht und Sehnsüchte formuliert. Wie kein anderes künstlerisches Werk spiegeln die Bilder Friedrichs den epochalen, geistigen Prozess der Loslösung von tradierten Weltvorstellungen, der sich um 1800 vollzog.

Adolph Menzel, „Eisenwalzwerk" (Fotografie)
© Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Jürgen Liepe

Adolph Menzel

Der nicht nur durch seine Vielseitigkeit bedeutendste deutsche Maler des 19. Jahrhunderts ist Adolph Menzel. Die frühe Beschäftigung mit der preußischen Geschichte führte ihn in den fünfziger Jahren zur Historienmalerei, die anfangs friderizianische Themen behandelte. Das berühmte „Flötenkonzert“ entstand 1852. Daneben trat seit Mitte der vierziger Jahre die künstlerische Auseinandersetzung mit Motiven aus seiner Alltagswirklichkeit. Menzel bewies dabei eine überraschend genaue Beobachtungsgabe. Dies belegen sowohl das poetische „Balkonzimmer“ als auch das große „Eisenwalzwerk“, das zu den bedeutenden Industriedarstellungen zählt.

Johann Gottfried Schadow, „Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen" (Fotografie)
© Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Andres Kilger

Johann Gottfried Schadow

Johann Gottfried Schadows Werk ist von Naturnähe und Wirklichkeitssinn geprägt. Es stellt ein besonders glückliches Gleichgewicht zwischen älteren Vorstellungen von Grazie und der Forderung nach Wahrheit her. Anschaulich realisiert es außerdem Schillers Begriffspaarung von „Anmut und Würde“. Das im Auftrag König Friedrich Wilhelms II. von Preußen entstandene lebensgroße „Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen“ zeigt die Kronprinzessin und ihre Schwester in inniger Nähe zueinander. Schadow charakterisiert die Schwestern sehr genau und verbindet dabei barocke Sinnlichkeit mit klassizistischem Antikenverständnis.

Zugang zur Alten Nationalgalerie (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Zugänge

Zur Sammlung der Alten Nationalgalerie gelangt man durch Stülers arkadischen Kolonnadenhof. Unterhalb der Freitreppe führt der Eingang in das imposante Foyer und Treppenhaus der Alten Nationalgalerie. Dort erinnert der umlaufende Fries Otto Geyers an die Idee des Museumstempels als Schrein der deutschen Kulturnation. Das gleich einem Tempel hoch aufragende Gebäude der Nationalgalerie wird nicht an die Archäologische Promenade angeschlossen sein. Dadurch ist es auch nicht mit der James-Simon-Galerie verbunden. Dennoch wird diese als Empfangsgebäude für die Museumsinsel auch für die Alte Nationalgalerie zentrale Funktionen übernehmen.