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Antikensammlung

Griechische und römische Antike auf der Museumsinsel

Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin zählt zu den größten und bedeutendsten Sammlungen ihrer Art weltweit. Zum Bestand gehören Werke des griechischen und römischen Altertums sowie archäologische Funde aus Zypern und Etrurien. Die Antikensammlung ist an zwei Standorten beheimatet: in ihrem Stammhaus, dem Alten Museum, sowie im Pergamonmuseum. Ausgewählte Objekte werden außerdem sammlungsübergreifend im Neuen Museum gezeigt.

Präsentation in den Gebäuden

Antike Großarchitekturen im Pergamonmuseum

In drei zentralen Sälen des Pergamonmuseums kann griechische und römische Architektur in monumentalen 1:1-Rekonstruktionen bewundert werden. Diese Rekonstruktionen werden auch zukünftig als Teil des Rundgangs Antike Architekturen für die Besucher erlebbar sein.

Skulpturen und antike Kleinkunst im Alten Museum

Im Alten Museum ist auf derzeit zwei Geschossen das Herzstück der Sammlung ausgestellt: griechische und römische Skulpturen, Vasen, Terrakotten, Bronzen, Gold- und Silberschmuck, Gemmen und Kameen sowie Glas. Außerdem kann dort eine der umfangreichsten Sammlungen etruskischer Kunst und Kultur außerhalb Italiens

betrachtet werden. Antike Münzen aus dem Münzkabinett ergänzen die antiken Kunstwerke. Seit 2010/11 wird die Ausstellung der Antikensammlung im Alten Museum in neuer Anordnung präsentiert.

Sammlungsübergreifende Präsentation

Herausragende archäologische Objekte der Antikensammlung werden außerdem im Neuen Museum gezeigt. Sie bereichern die 2009 eröffneten Präsentationen des Ägyptischen Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Schwerpunkte bilden Funde aus Zypern und aus den Provinzen des Römischen Reiches. Bedeutende Stücke der Antikensammlung finden sich auch im zentralen Treppenhaus und in den Räumen der Archäologischen Promenade.

Ausgewählte Highlights der Antikensammlung

Highlights der Antikensammlung
Pergamonaltar (Visualisierung)
© SPK / ART+COM / Pergamonaltar: Fraunhofer IGD, 2016

Pergamonaltar

Der Pergamonaltar mit dem monumentalen Sockelfries ist ein Höhepunkt hellenistischer Kunst. Mehr als hundert überlebensgroße Figuren zeigen den Kampf der olympischen Götter gegen die Giganten. Ein zweiter Fries an den Innenwänden erzählt die Legende von Telephos. Errichtet wurde der Pergamonaltar zwischen 175 und 159 v. Chr. In frühbyzantinischer Zeit wurde er zerstört. Bei Berliner Grabungen im kleinasiatischen Pergamon Ende des 19. Jahrhunderts fand Carl Humann zahllose Fragmente des Altars. Aus diesen wurde der Fries in Berlin wieder zusammengesetzt. Die Westseite des Altars mit der Freitreppe wurde rekonstruiert. Von 1994 bis 2004 wurden beide Altarfriese grundlegend restauriert.

Markttor von Milet (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012

Markttor von Milet

Das um 100 n. Chr. entstandene Markttor von Milet vermittelt eindrücklich die Pracht römischer Städte in Kleinasien. Das Tor ist nahezu 17m hoch und 29m breit. Die gut erhaltenen Elemente des durch ein Erdbeben zerstörten Tores wurden bei Berliner Grabungen (1903-1905) geborgen. Beim Wiederaufbau des Markttores im Pergamonmuseum Ende der 1920er Jahre mussten vergleichsweise wenige Bauteile ergänzt werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Markttor von Milet stark zerstört und in den 1950er Jahren unzulänglich restauriert. Daher wurde es in einer ersten Stufe von 2005 bis 2008 saniert. Weitere Arbeiten werden während der Grundinstandsetzung des Pergamonmuseums erfolgen.

Betender Knabe (Fotografie)
© Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Laurentius

Betender Knabe

Der so genannte „Betende Knabe“ ist eine der berühmtesten antiken Bronzestatuen. Um 300 v. Chr. wurde sie in der künstlerischen Tradition des griechischen Bildhauers Lysipp geschaffen. In Rhodos aufgefunden, gelangte der „Betende Knabe“ nach Venedig und ging dann in den Besitz des Finanzministers Ludwigs XIV. über. 1747 wurde die Bronzestatue von Friedrich II. erworben und im Schloss Sanssouci in Potsdam aufgestellt. 1807 verbrachte Napoleon den „Betenden Knaben“ nach Paris. Von dort aus gelangte die Statue 1830 ins neu eröffnete Alte Museum. Dort steht der „Betende Knabe“ heute wieder in der Blickachse der Rotunde, wo er schon damals aufgestellt wurde.

Zugänge zur Antikensammlung und Archäologische Promenade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Zugänge

Den Auftakt und das Entree zur Museumsinsel bildet das Alte Museum mit seiner repräsentativen Kolonnade. Der Zugang am Lustgarten führt direkt zur Rotunde und den zwei Ausstellungsgeschossen mit der Kunst der Griechen, Etrusker und Römer. Die Präsentation der Antikensammlung im Pergamonmuseum erreicht man künftig über den historischen Eingang zum Mittelflügel durch einen neuen Eingangstempietto. Darüber hinaus ist die James-Simon-Galerie zentraler Zugang für beide Häuser. Über die Archäologische Promenade sind sie miteinander verbunden.