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Museum für Islamische Kunst

Islamische Kunst und Kultur von Spanien bis Indien

Das Museum zeigt Kunst und Archäologie  muslimisch geprägter Gesellschaften vom 8. bis ins 19. Jahrhundert. Die Kunstwerke stammen aus einem Gebiet, das sich von Spanien bis nach Indien erstreckt. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf der Kunst und Kulturgeschichte des Vorderen Orients einschließlich Ägypten und Iran.

Präsentation in den Gebäuden

Nordflügel des Pergamonmuseums

Das Museum für Islamische Kunst wird zukünftig auf beiden Ausstellungsebenen im Nordflügel des Pergamonmuseums seinen Platz finden. Dort wird auf der Hauptebene auch die Mschatta-Fassade ihren Platz im Rundgang Antike Architekturen erhalten. Bisher ist sie, wie die gesamte Sammlung Islamischer Kunst, im Obergeschoss des Südflügels des Hauses zu sehen.

Historische Präsentation

Bei seiner Gründung war das Museum für Islamische Kunst im Bode-Museum untergebracht. 1927 wurde sein Umzug ins Pergamonmuseum beschlossen. Hintergrund war einerseits die nicht sehr günstige Präsentation der Mschatta-Fassade im Bode-Museum. Anderseits sollte damit gezeigt werden, dass islamische Kunst und Kultur geographisch und kulturgeschichtlich direkt auf antike und altorientalische Kulturen aufbauen.

Ausgewählte Highlights des Museums für Islamische Kunst

Highlights des Museums für Islamische Kunst
Alhambra Kuppel (Fotografie)
© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Friedrich

Alhambra-Kuppel

Die Alhambra-Kuppel, ein aus Zedern- und Pappelholz geschnitztes und teilweise bemaltes Holzdach, entstand im frühen 14. Jahrhundert. Sie entstammt einem der ältesten Gartenpaläste der berühmten Alhambra in Granada, dem Palacio del Partal. 1891 als Geschenk der Stadt Granada nach Deutschland gekommen, ging die Kuppel 1978 in den Besitz der Staatlichen Museen zu Berlin über. Mit ihrem typischen Sternmustern und dem vielfach wiederholten Wahlspruch der letzten islamischen Dynastie Spaniens –"Es gibt keinen Sieger außer Gott" – erinnert sie an eine glanzvolle Epoche. Die Alhambra-Kuppel wird auch künftig den unvergleichlichen „Himmel“ des spanischen Kabinetts im Museum für Islamische Kunst bilden.

Adleraquamanile (Fotografie)
© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Jürgen Liepe

Adleraquamanile

Das Wassergefäß in Form eines Raubvogels, um 800 im Irak gefertigt, ist eine Rarität. Der Henkel besitzt die Form eines Tieres, das sich auf einen Delphin stützt. Die ursprünglich silbertauschierten Wirbelsonnen, die feine Zeichnung sowie die belebte Kopfhaltung verleihen dem Werk eine besondere Eleganz. Von den oft beschrieben Automaten auch am Hofe des “Märchen“-Kalifen Harun al-Raschid hat sich keiner erhalten. Nur dieses Bronzegefäß gibt eine Vorstellung, wie Ausstattungsgegenstände am Hofe ausgesehen haben könnten. Das Gefäß wird künftig im Erste-Reiche-Saal noch vor der Mschatta-Fassade mit der Kunstlandschaft und den Palaststädten zwischen Spätantike und frühem Islam des 8./9. Jahrhunderts präsentiert.

Aleppo-Zimmer (Fotografie)
© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Georg Niedermeiser

Aleppo-Zimmer

Im Aleppo-Zimmer kann die vollständige Wandverkleidung aus einem Altstadthaus der Stadt Aleppo in Syrien bewundert werden. Es ist die älteste Wandverkleidung aus den Gebieten des osmanischen Reiches. Ein christlicher Kaufmann gab die Holzarbeit um 1600 in Auftrag. Sie vermittelt einen Eindruck der früher üblichen Raumgestaltung in arabischen Ländern, der Türkei und Nordiran. Der Raum wurde mit arabischen und persischen Versen und Sprüchen verziert. Die feine Malerei zeigt vielfältige Motive: Personen, Tiere, Fabelwesen, Pflanzen und Ornamente. Daneben sind auch biblische Szenen, christliche Heilige und muslimsche Mystiker dargestellt. Die lebhaften Farben haben sich nach der Restaurierung hervorragend erhalten.

Mschatta-Fassade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2016

Mschatta-Fassade

Das Zeitalter der Antike war vorüber, als im Jahr 743/744 nicht weit von der heutigen Hauptstadt Jordaniens das Wüstenschloss von Mschatta errichtet wurde. Seine überreich geschmückte Fassade von 35m Länge gelangte als Geschenk des Sultans Abdulhamid II. an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin. In ihren figürlichen Motiven schlägt sie eine Brücke zwischen der Spätantike und dem frühen Islam. In dieser Dialogfunktion ist sie programmatischer Abschluss und ein Höhepunkt des Rundgangs Antiken Architekturen. Derzeit im Obergeschoss des Südflügels des Pergamonmuseums aufgebaut, wird die Mschatta-Fassade künftig im Nordflügel auf einer Ebene mit den antiken Großarchitekturen stehen.

Zugänge zum Museum für Islamische Kunst und Archäologische Promenade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Geplante Zugänge

Im Nordflügel des Pergamonmuseums wird die Sammlung islamischer Kunst auf beiden Ausstellungsebenen zu finden sein. Mit der monumentalen Mschatta-Fassade wird das Museum für Islamische Kunst Teil des Rundgangs Antike Architekturen. Die Sammlung wird über den historischen Eingang des Pergamonmuseums und die James-Simon-Galerie für das Publikum zugänglich sein. Über einen gesonderten Eingang vom Ehrenhof wird sie direkt besucht werden können. Unter dem neuen Eingangstempietto wird sich ein Anschluss des Museums für Islamische Kunst an die Archäologische Promenade eröffnen.