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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Ein Brückenschlag besonderer Art

Mit der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst bietet das Bode-Museum einen Brückenschlag besonderer Art. Spätantike und byzantinische Objekte geben ein Bild des Weströmischen und des Oströmischen Reiches, deren Kunst in vielfältiger Wechselwirkung mit der Skulptur des Mittelalters stand. Die Sammlungsschwerpunkte liegen hier auf Sarkophagen aus Rom, Skulpturen und Bauornamentik aus Konstantinopel sowie der Alltagskultur aus Ägypten An diese schließt sich die reiche Sammlung von Skulpturen der italienischen Gotik, der Renaissance und des Barock an. Die deutsche Spätgotik mit Werken von Tilman Riemenschneider, die süddeutsche Renaissance und schließlich die barocke Staatskunst Preußens führen bis ins 18. Jahrhundert.

Präsentation in den Gebäuden

Wilhelm von Bode sammelte Skulptur und Malerei als zwei Schwesterkünste und stellte sie auch zum Teil gemeinsam aus. Dieses Konzept klingt in der Präsentation der Skulpturensammlung im Bode-Museum auch heute wieder an: In die Ausstellungsräume der Skulpturensammlung sind ausgewählte Werke der Gemäldegalerie integriert. Zukünftig soll der Dialog der Gattungen Malerei und Bildhauerei noch stärker als bisher im Bode-Museum sichtbar gemacht

werden. Durch eine größere Auswahl an Kunstwerken aus der Gemäldegalerie kann die gemeinsame Präsentation von Malerei und Skulptur noch anschaulicher gelingen. Zugleich können auf diese Weise wertvolle Kunstwerke aus der Gemäldegalerie im Kontext der Museumsinsel ausgestellt und wahrgenommen werden. Durch diese überzeugende Präsentation wird die Zugehörigkeit der Alten Meister zum Sammlungszusammenhang der Museumsinsel evident.

Ausgewählte Highlights der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst

Highlights der Skulpturensammlung
Tilman Riemenschneder, Skulptur des Evangelisten Lukas (Fotografie)
© Skulpturensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Antje Voigt

Tilman Riemenschneider

Die Skulpturensammlung besitzt einen reichen Bestand an Werken Tilman Riemenschneiders. Sie werden in einem eigenen Raum gezeigt, der nur diesem Meister gewidmet ist. Besonderer Anziehungspunkt sind die vier Evangelisten und eine Tafel des Münnerstädter Magdalenen-Altares. Der Altar aus den Jahren 1490 bis 92 wurde monochrom gestaltet. Er ist eines der ersten Werke dieser Art im deutschen Raum.

Nikolaus Gerhaert von Leyden, „Dangolsheimer Muttergottes“ (Fotografie)
© Skulpturensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Antje Voigt

Dangolsheimer Muttergottes

Eines der Hauptwerke der deutschen Spätgotik ist die Dangolsheimer Muttergottes. Sie wurde um 1470 von Nikolaus Gerhaert von Leyden geschaffen. Dieser revolutionäre Künstler arbeitete in Straßburg sowie in verschiedenen Orten in Süddeutschland. Die Dangolsheimer Muttergottes zeichnet sich durch eine bisher ungekannte Dynamik aus: Es scheint, als würde sich die Figur vor den Augen des Betrachters drehen.

Donatello, „Pazzi-Madonna“ (Fotografie)
© Skulpturensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Antje Voigt

Pazzi-Madonna

Der italienischen Plastik bleibt das halbe Hauptgeschoss des Bode-Museums vorbehalten. Die einzelnen Säle sind den jeweiligen Epochen gewidmet. Hier wird beispielsweise die 1422 von Donatello geschaffene „Pazzi-Madonna" gezeigt. Donatello führte diese Darstellung im ganz flachen Relief aus. Gleichzeitig ordnete er sie nach den Gesetzen der Perspektive, so dass der Betrachter den Eindruck hat, das Volumen der Gestalten setze sich in die Tiefe hinein fort. Auch Berninis „Putto" (um 1618) und Canovas „Tänzerin" (1809 bis 1812) finden in diesem Geschoss ihren Platz.

Große Berliner Pyxis (Fotografie)
© Skulpturensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Jürgen Liepe

Große Berliner Pyxis

Werke kostbarer Elfenbeinschnitzerei bilden einen herausragenden Schwerpunkt der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst. Darunter befindet sich die so genannte „Große Berliner Pyxis", die um 400 n. Chr. in Rom entstand. Der runde Behälter ist ein Hauptwerk der frühbyzantinischen Kleinkunst. Das Gefäß zeigt als wesentliche Bildmotive einen Fries mit lebendig und fein modellierten Figuren. Dargestellt sind „Christus und Apostel" sowie „Abrahams Opfer". Die „Große Berliner Pyxis" übertrifft sowohl in ihrer Dimension als auch ihrer hohen künstlerischen Qualität vergleichbare spätantike Pyxiden.

Zugänge zur Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst und Archäologische Promenade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2015

Zugänge

Der historische Eingang des Bode-Museums an der Nordspitze der Museumsinsel führt auf direktem Weg in die Räume der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst. Mit der Großen Kuppel bildet dieser Eingang ein repräsentatives Gegengewicht zur Rotunde im Alten Museum. Über die neuen Räumlichkeiten unterhalb der Kleinen Kuppel wird man zur Archäologischen Promenade gelangen. Diese wird die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst unterhalb der Bahntrasse mit dem Pergamonmuseum verbinden. Als zentrales Empfangsgebäude dient die James-Simon-Galerie.