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Pergamonmuseum

Blick auf die Frontseite des Pergamonmuseums mit neuem vierten Flügel
Abschnittweise in der Sanierung und im Bau

Der Besuchermagnet

Mit jährlich mehr als einer Million Besuchern ist das Pergamonmuseum eines der bestbesuchten Museen Berlins. Das von Alfred Messel entworfene Bauwerk wurde als letztes der fünf Häuser auf der Museumsinsel im Jahr 1930 eröffnet.

Im Zuge seiner Sanierung und Weiterentwicklung nach den Plänen des Architekten O.M. Ungers wird das Pergamonmuseum einen vierten Flügel erhalten. Damit werden künftig die monumentalen Architekturexponate Ägyptens, Vorderasiens, Griechenlands, Roms und des islamischen Kulturraumes in einem einzigartigen Rundgang erlebbar sein. Die Sanierung und Erweiterung des Hauses wird in mehreren Abschnitten erfolgen, damit es nie komplett für Besucher geschlossen werden muss. Durch ein neues Zugangskonzept wird das Pergamonmuseum in den Gesamtorganismus der Museumsinsel integriert.  Voraussichtlich im Jahr 2025 wird das Pergamonmuseum wieder komplett für das Publikum zugänglich sein.

Pergamonmuseum in Zukunft

Das monumentale Pergamonmuseum ist zum Kupfergraben hin ausgerichtet. Auf dieser Seite wird es einen vierten Flügel erhalten, der den Besuchern einen Rundgang durch die antiken Architekturen ermöglicht. Die Brücke über den Kupfergraben wird ebenso erneuert wie der Eingangstempietto im Ehrenhof. Das Museum wird direkt an die James-Simon-Galerie angeschlossen sein. Der von den vier Flügeln des Gebäudes umschlossene Ehrenhof wird ein Forum mit Verteilerfunktion sein. Von ihm aus kann, auch außerhalb der Öffnungszeiten, über Durchgänge die gesamte Museumsinsel erschlossen werden.

Grundinstandsetzung und Ergänzung

Die Arbeiten zur Grundinstandsetzung des Pergamonmuseums beginnen im Oktober 2012 mit der Schließung des Nordflügels. Der im Mittelbau angesiedelte Pergamonsaal wird im Herbst 2014 geschlossen werden. Nordflügel und Pergamonsaal sollen dann Mitte 2019 wieder eröffnet werden. Zwischen 2019 und 2025 sollen dann der Südflügel saniert und der vierte Flügel gebaut werden. Bisher wurden bereits dringende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen und von 2007 bis 2009 die Gesimssanierung durchgeführt.

Architekturwettbewerb und beteiligte Büros

Der im Jahr 2000 ausgeschriebene Wettbewerb zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums beinhaltete verschiedene Aufgaben. Es sollte ein Rundgang geschaffen werden, der die monumentale antike Architektur zu einem Gesamtbild vereinigt. Außerdem sollte das Haus an die Archäologische Promenade und die James-Simon-Galerie angebunden werden. Als Preisträger ging daraus O.M. Ungers (Köln) hervor. Im Februar 2006 konnte nach den Entwurfsplänen des Büros O.M. Ungers die zukünftige Gestalt des Pergamonmuseums festgelegt werden. Nach dem Tode Ungers 2007 wurde die Werkgemeinschaft Pergamonmuseum mit der Ausführungsplanung und Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. Zur Werkgemeinschaft gehören das Architekturbüro Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH (Berlin) und die BAL Bauplanungs u. Steuerungs GmbH (Berlin). Bis zu seinem Tod im Juli 2012 war außerdem Walter A. Noebel (Berlin) Teil der Werkgemeinschaft Pergamon. 

Sammlungen im Pergamonmuseum

Derzeitig sind im Pergamonmuseum Teile der Antikensammlung, das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum beheimatet. Ihre Objekte werden auch künftig dort zu sehen sein. Ihre Präsentation wird nach Umsetzung der im Masterplan festgelegten Ziele inhaltlich klar strukturiert: Jede Sammlung wird künftig in einem der drei historischen Flügel gezeigt. Dort befinden sich auch ihre jeweiligen Architekturexponate. Ergänzend wird im neuen vierten Flügel die monumentale Architektur des Ägyptischen Museums präsentiert. Damit wird auf einer Ausstellungsebene der Rundgang Antike Architektur geschaffen.

Bei der Eröffnung im Jahr 1930 teilten sich vier Museen das damals neue Ausstellungshaus: das Deutsche Museum im Nordflügel, das Pergamonmuseum (Antikenabteilung) im Mittelbau sowie das Vorderasiatische und das Islamische Museum im Südflügel. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Sammlungen zerstört und zahlreiche Objekte, so auch die Friesplatten des Pergamonaltars, in die Sowjetunion verbracht. Seit 1953 wurden einzelne Museumsräume eröffnet. Aber erst nachdem 1958/59 der größte Teil der beschlagnahmten Stücke zurückgekehrt war, wurden wieder alle Schauräume des Hauses zugänglich. Anstelle des Deutschen Museums fanden nun im Nordflügel die Antikensammlung, das Ostasiatische Museum und das Museum für Volkskunde ihren Platz.

Pergamonmuseum 1925Zukünftige Ansicht des Pergamonmuseums

Historische Ansichten

Als letzter der fünf Bauten der Museumsinsel wurde 1930 das Pergamonmuseum eröffnet. Der ab 1906 von Messel entworfene Bau wurde nach dessen Tod von Ludwig Hoffmann unter schwierigsten finanziellen, kulturpolitischen und bautechnischen Bedingungen ausgeführt. Der damals geplante vierte Flügel am Kupfergraben und der Portikus im zentralen Forum wurden nicht realisiert. Durch sein einzigartiges Ausstellungsprogramm wurde das Pergamonmuseum schnell zu einem der bestbesuchten Museen Berlins. 1945 beschädigten Luftangriffe das Pergamonmuseum schwer. Von 1948 bis 1959 fanden Wiederaufbaumaßnahmen statt. Für die rasch wachsenden Besucherströme entstand Anfang der 1980er Jahre ein Eingangspavillon.

Visualisierung der Zugänge zum Pergamonmuseum, grafisch dargestellt ist außerdem die Archäologische Promenade

Geplante Zugänge

Die Eingangssituation des Pergamonmuseums wird sich im Vergleich zu heute deutlich verändern. Der von 1980 bis 1982 erbaute Pavillon, der bisher als einziger Eingang zu dem Gebäude dient, wird in Zukunft durch einen neuen Eingangstempietto ersetzt. Direkt darunter werden Besucherinnen und Besucher die Archäologische Promenade betreten können. Künftig umschließen vier Flügel den Ehrenhof. Von ihm aus wird jeder Flügel der Anlage betretbar sein. Außerdem wird es möglich sein, auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten direkt vom Ehrenhof die gesamte Museumsinsel zu erreichen.

Detailansicht des Pergamonmuseums, Blick vom Schiff auf dem Kupfergraben aus auf den neuen vierten Flügel

Daten und Fakten

  • Architekt: Alfred Messel; nach dessen Tod Weiterführung durch Ludwig Hoffmann
  • Erbaut 1907 bis 1930
  • Eröffnung: 1930
  • 1945: Kriegsschäden an den Dächern und an Architekturexponaten
  • 1948 bis 1959: Wiederaufbau
  • 2000: Wettbewerb für Sanierung und Ergänzung
  • Architekt: Büro Prof. O.M. Ungers (verstorben 2007)
  • 2003/04: Kurze Schließungen für dringende Sicherungsmaßnahmen
  • 2006/07: Entwurfsplanung
  • 2009: Beauftragung der Werkgemeinschaft Pergamonmuseum mit der Ausführungsplanung nach Entwürfen des Büros O.M. Ungers