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Pergamonmuseum

Frontseite des Pergamonmuseums mit viertem Flügel (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012
Abschnittweise in der Sanierung und im Bau

Der Besuchermagnet

Mit jährlich mehr als einer Million Besuchern ist das Pergamonmuseum eines der bestbesuchten Museen Berlins. Das von Alfred Messel entworfene Bauwerk wurde als letztes der fünf Häuser auf der Museumsinsel im Jahr 1930 eröffnet.

Im Zuge der Grundinstandsetzung und Weiterentwicklung nach den Plänen des Architekten O.M. Ungers wird das Pergamonmuseum einen vierten Flügel erhalten. Damit werden künftig die monumentalen Architekturexponate Ägyptens, Vorderasiens, Griechenlands, Roms und des islamischen Kulturraumes in einem einzigartigen Rundgang erlebbar sein. Die Grundinstandsetzung und Erweiterung des Hauses wird in mehreren Abschnitten erfolgen, damit es zu keinem Zeitpunkt komplett für Besucherinnen und Besucher geschlossen werden muss.

Durch ein neues Zugangskonzept wird das Pergamonmuseum in den Gesamtorganismus der Museumsinsel integriert. Voraussichtlich ab 2025/26 wird das Pergamonmuseum wieder komplett für das Publikum zugänglich sein.

Pergamonmuseum in Zukunft

Das Pergamonmuseum ist zum Kupfergraben ausgerichtet. Auf dieser Seite wird es einen vierten Flügel erhalten. Diese neue Verbindung ermöglicht Besucherinnen und Besuchern in Zukunft einen geschlossenen Rundgang durch die antiken Architekturen. Das Museum wird auf dieser Etage direkt von der James-Simon-Galerie betretbar sein. Im Rahmen der Grundinstandsetzung wird die Brücke über den Kupfergraben ebenso erneuert wie der Eingangstempietto im Ehrenhof. Der von den vier Flügeln des Gebäudes umschlossene Ehrenhof wird ein Forum mit Verteilerfunktion sein. Von ihm aus kann, auch außerhalb der Öffnungszeiten, über Durchgänge die gesamte Museumsinsel erschlossen werden.

Grundinstandsetzung und Ergänzung

Die umfängliche Grundinstandsetzung des Pergamonmuseums findet bei laufendem Betrieb statt. Im Herbst 2012 wurde der Nordflügel geschlossen und der Keller unter dem Ehrenhof geräumt. Das Herzstück des Museums, der im Mittelbau angesiedelte Pergamonsaal, ist seit Herbst 2014 nicht mehr für das Publikum zugänglich. Der gesamte Südflügel, in dem unter anderem das Markttor von Milet, das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon befinden, bleibt während diesem ersten Bauabschnitt geöffnet. Nordflügel und Pergamonsaal sollen in 2019 wieder eröffnet werden. Danach werden in einem zweiten Bauabschnitt der Südflügel saniert und der vierte Flügel erbaut. Vor Beginn der Grundinstandsetzung wurden am Pergamonmuseum bereits dringende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen und von 2007 bis 2009 die Gesimssanierung durchgeführt.

Architekturwettbewerb und beteiligte Büros

Im Jahr 2000 wurde der Wettbewerb zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums ausgeschrieben. Den ersten Preis erhielt O.M. Ungers (Köln). Im Februar 2006 konnte nach den Entwurfsplänen des Büros O.M. Ungers die zukünftige Gestalt des Pergamonmuseums festgelegt werden. Nach dem Tode Ungers 2007 wurde die Werkgemeinschaft Pergamonmuseum mit der Ausführungsplanung und Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. Zur Werkgemeinschaft gehören das Architekturbüro Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH (Berlin) und die BAL Bauplanungs u. Steuerungs GmbH (Berlin). Bis zu seinem Tod im Juli 2012 war außerdem Walter A. Noebel (Berlin) Teil der Werkgemeinschaft Pergamon.

Sammlungen im Pergamonmuseum

Im Pergamonmuseum sind Teile der Antikensammlung, das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum beheimatet. Ihre Objekte werden auch künftig dort zu sehen sein. Nach Beendigung der Generalsanierung wird in dem Haus zusätzlich die monumentale Architektur des Ägyptischen Museums präsentiert werden. Das Pergamonmuseum wird dabei inhaltlich klar strukturiert: Jede Sammlung, inklusive der zu ihr gehörenden Architekturexponate, wird in einem der Flügel gezeigt. Damit wird auf einer Ausstellungsebene der Rundgang Antike Architekturen geschaffen.

Bei der Eröffnung im Jahr 1930 teilten sich vier Museen das damals neue Ausstellungshaus: das Deutsche Museum im Nordflügel, das Pergamonmuseum (Antikenabteilung) im Mittelbau sowie das Vorderasiatische und das Islamische Museum im Südflügel. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Sammlungen zerstört und zahlreiche Objekte, so auch die Friesplatten des Pergamonaltars, in die Sowjetunion verbracht. Seit 1953 wurden einzelne Museumsräume eröffnet. Aber erst nachdem 1958/59 der größte Teil der beschlagnahmten Stücke zurückgekehrt war, wurden wieder alle Schauräume des Hauses zugänglich. Anstelle des Deutschen Museums fanden nun im Nordflügel die Antikensammlung, das Ostasiatische Museum und das Museum für Volkskunde ihren Platz.

Historische Ansichten

Als letzter der fünf Bauten der Museumsinsel wurde 1930 das Pergamonmuseum eröffnet. Der ab 1906 von Alfred Messel entworfene Bau wurde nach dessen Tod von Ludwig Hoffmann unter schwierigsten finanziellen, kulturpolitischen und bautechnischen Bedingungen ausgeführt. Der damals geplante vierte Flügel am Kupfergraben und der Portikus im zentralen Forum wurden nicht realisiert. Durch sein einzigartiges Ausstellungsprogramm wurde das Pergamonmuseum schnell zu einem der bestbesuchten Museen Berlins. 1945 beschädigten Luftangriffe das Pergamonmuseum schwer. Von 1948 bis 1959 fanden Wiederaufbaumaßnahmen statt. Für die rasch wachsenden Besucherströme entstand Anfang der 1980er Jahre ein Eingangspavillon.

Zugänge zum Pergamonmuseum und Archäologische Promenade (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012

Zugänge

Die Eingangssituation des Pergamonmuseums wird sich in Zukunft deutlich verbessern. Der von 1980 bis 1982 erbaute Pavillon im Ehrenhof, wird durch einen neuen Eingangstempietto ersetzt. Von diesem aus werden Besucher die Hauptausstellungsebene betreten können oder direkt in die Archäologische Promenade gelangen. Über zwei neue Eingänge werden der Nord- und der Südflügeldirekt vom Ehrenhof aus betretbar sein. In den Ehrenhof wird man über eine neue barrierefreie Brücke gelangen. Zusätzlich erhält das Pergamonmuseum einen direkten Zugang von der James-Simon-Galerie in die Hauptausstellungsebene mit dem Rundgang Antiker Architekturen.

Vierter Flügel des Pergamonmuseums (Visualisierung)
© SPK / ART+COM, 2012

Daten und Fakten

  • Architekt: Alfred Messel; nach dessen Tod Weiterführung durch Ludwig Hoffmann
  • Erbaut 1907 bis 1930
  • Eröffnung: 1930
  • 1945: Kriegsschäden an den Dächern und an Architekturexponaten
  • 1948 bis 1959: Wiederaufbau
  • 2000: Wettbewerb für Sanierung und Ergänzung
  • Architekt: Büro Prof. O.M. Ungers (verstorben 2007)
  • 2003/04: Kurze Schließungen für dringende Sicherungsmaßnahmen
  • 2006/07: Entwurfsplanung
  • 2009: Beauftragung der Werkgemeinschaft Pergamonmuseum mit der Ausführungsplanung nach Entwürfen des Büros O.M. Ungers
  • 2013: Beginn der umfänglichen Grundinstandsetzung (1. Bauabschnitt)